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Ziel BGE landesweit: Die Kölner Initiative Grundeinkommen hat im Februar 2010 die Basic Income Partnership (BIP) gegründet, um das Grundeinkommensprojekt Quatinga Velho bei Sao Paolo, Brasilien zu unterstützen. Unsere Förderung erfolgt in Kooperation mit der Zukunftsstiftung der GLS Treuhand, die für uns die finanzielle Abwicklung vornimmt und die Nachhaltigkeit des Projektes prüft. Ziel ist es, das Demonstrationsprojekt so lange zu fördern, bis die Regierung das in der brasilianischen Verfassung garantierte BGE umsetzt.
Gleiche Fragen: Das Praxisprojekt in Brasilien spornt uns an – und umgekehrt. Denn die Fragen ähneln sich überall: Wie arbeiten Menschen, die ein bedingungsloses Einkommen beziehen? Entsteht durch Grundeinkommen mehr Aktivität und neue Initiative? Wie entwickeln sich Gesellschaft und Wirtschaft mit dem BGE?
BGE global: Das Einkommensgefälle macht es möglich, Grundeinkommens-Pilotprojekte in wirtschaftsschwächeren Regionen von hier aus fördern. Sie lassen sich einfacher umsetzen, wo das staatliche Sozialsystem noch nicht ausgebaut ist. Bei unserem Förderprojekt setzen wir auf Initiative von unten: Bürger engagieren sich mit Ideen. Geld und Engagement. Das BGE wird dadurch global und verbindet über Grenzen hinweg.
In Quatinga Velho beträgt das von der NGO ReCivitas gezahlte BGE monatlich 30 Real, rund 12,60 Euro pro Person. Durch den Umtauschsatz in Brasilien liegen die Förderkosten pro Person ca. bei 13 Euro. Jeder Bewohner des Ortes erhält das Grundeinkommen bedingungslos. 75-80 Dorfbewohner bekommen also rund 12 000 Euro im Jahr. Da sich die Organisation über den Internetkanal „tvong“ trägt, fließen die Fördergelder zu 100 Prozent in das BGE. Wir unterstützen Quatinga Velho, damit ReCivitas mit ihren Mitteln ein neues BGE-Projekt starten kann, das gerade vorbereitet wird.
Überweisungenbitte auf das Kontoder Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe, Konto-Nr. 12 330 010, BLZ: 430 609 67, GLS Gemeinschaftsbank e.G. Spendenzweck: Grundeinkommen Brasilien. Spendenquittungen stellt die Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe aus. Der Eingang der Förderbeiträge und die Entwicklung des Projektes werden auf www.bgekoeln.de und über facebook dokumentiert. Viel Spaß beim Mitmachen! Basic Income Partnership: Michael Harprecht, Andreas Körber, Christoph Schlee, Henrik Wittenberg. Postadresse: Christoph Schlee, Schützenhofstr. 8, 51063 Köln. Telefon 0163 190 6166
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14.04.10 | von Christoph Schlee |
BGE-Dorfprojekte als Wegweiser
Argumente gegen die Aussagekraft von Grundeinkommens-Praxismodellen hat Götz Werner unter dem Stichwort „Labormethode“ in seiner Zwischenbilanz zum Grundeinkommen an dieser Stelle im Oktober 2008 veröffentlicht. Dennoch lässt sich kaum bestreiten, dass Pilotprojekte die Diskussion um ein Grundeinkommen beleben. Bislang hat in dieser Hinsicht vor allem das Otjivero-Dorfprojekt in Namibia Aufmerksamkeit erzielt, das seit mehr als 2 Jahren ein Grundeinkommen an seine Bewohner auszahlt.
Nun wurde auch ein Dorfprojekt in Brasilien durch den Besuch der NGO ReCivitas in Europa bekannt, Quatinga Velho in der Nähe von Sao Paulo. Auch in Quatinga Velho liegen über eineinhalb Jahre Erfahrungen mit Grundeinkommenszahlungen vor.
Beide Projekte sind notwendig für die Überzeugungsarbeit gegenüber den jeweiligen Regierungen, das Grundeinkommen landesweit einzuführen. So besuchen in Namibia Delegationen von Politikern gelegentlich das Dorf – und verlassen es oft nicht wenig beeindruckt. Kein Modellprojekt – keine (sinnlich) greifbaren Argumente, könnte man überspitzt formulieren.
Die landesweite Einführung des Grundeinkommens in Namibia oder Brasilien wäre ein Meilenstein für die Grundeinkommensbewegung. Vor allem, wenn das Grundeinkommen nicht – wie in Alaska praktiziert oder in der Mongolei diskutiert – in erster Linie den Ertrag von Bodenschätzen des Landes verteilt, sondern die Bekämpfung der Armut und soziale Teilhabe in den Mittelpunkt stellt.
Was in Namibia oder Brasilien praktiziert würde, könnte für Länder mit ähnlichen Bedingungen ansteckend wirken – eine neue Perspektive zur gezielten Bekämpfung von Hunger und Armut. Auch Überlegungen für ein weltweites Grundeinkommen könnten dadurch neuen Auftrieb erhalten.
Die Globalisierung der Grundeinkommensdiskussion trägt auch dazu bei, Praktiken unserer Weltwirtschaftsordnung zu hinterfragen. Werden Länder wie Namibia oder Brasilien von der Weltbank oder der Welthandelsorganisation weiter zur rückhaltlosen Öffnung ihrer Märkte für den Welthandel gedrängt, sind die Erfolge beim Grundeinkommen für den Aufbau einer lokalen Ökonomie schnell ad absurdum geführt. Ob es sich um Dumpingangebote chinesischer Textilprodukte oder um europäische Agrarprodukte handelt, auch durch ein BGE geförderte kleine lokale Unternehmen wären gegen die übermächtige Konkurrenz vermutlich chancenlos.
Ländern ohne vorhandene Sozialsysteme ermöglicht das Grundeinkommen, von vornherein, Fehlentwicklungen in den Industriestaaten zu vermeiden: schwerfällige und kostspielige Sozialbürokratien obrigkeitsstaatlichen Ursprungs, die bei uns im Laufe von Jahrzehnten aufgebaut wurden, sind dort wenig attraktiv und kaum bezahlbar, auch aufgrund der dortigen Erfahrung mit Ineffizienz und Korruption staatlicher Institutionen. Die unbürokratische und effiziente Auszahlung des Grundeinkommens (wie in Otjivero mit Hilfe von Chipkarten und Fingerabdruck-Scannern) ist neben den Aspekten individueller Freiheit und sozialer Teilhabe in wirtschaftlich schwächeren Ländern ein wichtiges Argument für einen sozialpolitischen Neuanfang.
Quatinga Velho, Brasilien – eine NGO verteilt Grundeinkommen
Was für Afrika Namibia ist, ist für Lateinamerika Brasilien. Kaum zufällig, dass die Grundeinkommensdebatte besonders intensiv geführt wird, wo der größte Gini-Koeffizient vorhanden ist (Namibia ist Nr. 1, Brasilien Nr. 3 – der Koeffizient gibt an, wie weit die Schere zwischen Arm und Reich auseinander geht). Die Notwendigkeit eines Grundeinkommens für alle wird gerade da besonders evident, wo eklatanter Reichtum und extreme Armut nebeneinander existieren.
In Brasilien wurde das Grundeinkommen schon 2004 in der Verfassung festgeschrieben, nachdem ein öffentliches Sozialwesen jahrzehntelang fehlte. Mittlerweile existiert mit „bolsa familia“ ein staatlicher Entwurf. Er hilft die Not lindern, wo der Bedarf institutionell ermittelt wurde, ähnelt damit aber eher der bei uns bekannten Sozialhilfe als dem Grundeinkommen.
Die Bedürfnisprüfung wird bei „bolsa familia“ strikt an Bedingungen gekoppelt: Teilnahme an Ernährungs-, Impfungs- und Alphabetisierungsprogrammen, Schulbesuch, fester Wohnsitz und die Unterschreitung einer bestimmten Einkommenshöhe. Ein Rechtsanspruch auf das Familieneinkommen besteht jedoch nicht (siehe dazu unser Artikel). Vom in der Verfassung fixierten Grundeinkommen ist man also noch weit entfernt.
In der brasilianischen Politik gibt es jedoch auch Unterstützung für ein bedingungsloses Grundeinkommen, zum Beispiel gilt die mögliche Nachfolgerin von Präsident Lula, Dilma Rouseff als Sympathisantin (siehe unsere Meldung. Ob es tatsächlich Aussichten für die Einführung des Grundeinkommens „von oben“ gibt, bleibt ungewiss. Gerade in einem ähnlich wie in Namibia „schwebenden Verfahren“ mit unklarem Ausgang liefern Praxisprojekte wichtige Argumente: sie machen anschaulich, was sonst nur theoretisch verhandelt wird.
Ende Juni findet in Sao Paulo der Grundeinkommenskongress des weltweiten Basic Income Earth Networks (BIEN) statt. 50 Kilometer entfernt wird im Schatten der großen Metropole seit Oktober 2008 das Grundeinkommen im Dorf Quatinga Velho getestet. Dabei ist „Test“ für das Projekt nicht das richtige Wort. Bruna Pereira und Marcus Brancaglione dos Santos von der NGO ReCivitas wollen das Grundeinkommen in einigen Dörfern dauerhaft etablieren.
Die Regierung soll einsehen, dass die Projekte funktionieren und ihrem Verfassungsanspruch nachkommen, das Grundeinkommen landesweit einzuführen. Ihre Kontakte zur Regierung laufen auch über Senator Eduardo Supplicy, der als BGE-Befürworter den Verfassungsartikel zum Grundeinkommen entscheidend vorangebracht hat.
Wie unterscheidet sich Quatinga Velho von Otjivero? Das brasilianische Dorf ist kleiner, rund 100 Einwohner leben hier unter ähnlich ärmlichen Bedingungen. Hütten und wenige Steinhäuser prägen das Dorf, es gibt einige kleine Anbauflächen für die Landwirtschaft. Getragen wird das Projekt nicht von einer großen landesweiten Allianz, sondern von der kleinen NGO. Die Finanzierung läuft über ein Netzwerk von NGO‘s und einen Kreis von Freunden. Organisationskosten und der eigene Lebensunterhalt werden durch das Betreiben des Internetkanals „tvong“:http://www.tvong.com/ bestritten.
Noch mehr als das Namibia-Projekt ist Quatinga Velho ein Basisprojekt „von unten“. Bruna und Marcus zahlten das Grundeinkommen zunächst nicht an alle Dorfbewohner aus, sondern nur an diejenigen, die wollten – am Anfang waren das 27 Menschen, jetzt (nach 18 Monaten) sind es über 60, fast das ganze Dorf.
Die Auszahlung wird nicht wie in Namibia an einem zentralen Ort mit moderner Technik gehandhabt. Die beiden Initiatoren ziehen am Anfang des Monats von Haus zu Haus, und drücken den Bewohnern das Geld persönlich in die Hand. Die Höhe ist dabei fast identisch mit Otjivero: rund 12 Euro pro Person. Eine höhere Summe wäre nach Angaben der NGO zwar eigentlich notwendig, würde aber bedeuten, die Auszahlung insgesamt zu gefährden.
Für jeweils ein Jahr garantiert die NGO bislang das Grundeinkommen, dann wird geschaut, ob das Geld reicht. Die Ansprüche auf das staatliche Programm „bolsa familia“ sind dadurch nicht berührt – das Grundeinkommen wird als Zuwendung einer NGO nicht als Einkommen angerechnet. Umgekehrt zahlt die Initiative in jedem Fall das BGE: ob jemand „bolsa familia“ erhält oder arbeitet, natürlich auch für Kinder und Alte – für jeden, der will.
Trotz der niedrigen Höhe des Grundeinkommens sind die Erfolge greifbar – auch hier bestehen viele Parallelen zu den Erfahrungen in Otjivero: Die Ernährung wird reichhaltiger, Schulgeld kann bezahlt werden, viele Kinder haben zum ersten Mal Schuhe an den Füßen, eine kinderreiche Familie kann die Hütte in Eigenarbeit ausbauen, Ziegen oder Hühner werden angeschafft. Sogar der Bus, der bisher an dem armen Dorf vorbeifuhr, hält plötzlich dort an – die Gründe dafür kennen Bruna und Marcus selbst nicht.
Wichtig ist beiden, dass das Grundeinkommen nicht falsch verstanden wird. „Am Anfang wollten die Bewohner sich bei uns bedanken, als wir das Geld gebracht haben“, so Marcus. Er habe den Dank aber zurückgewiesen. „Mir war wichtig, deutlich zu machen, dass das Grundeinkommen kein Almosen ist, sondern ein Rechtsanspruch“, betont der 35jährige, der an der Universität einen Philosophieabschluss gemacht hat.
Seine Freundin Bruna, gelernte Biologin, beobachtet seit Einführung des Grundeinkommens viele Änderungen: Die Menschen reden viel mehr untereinander, mittlerweile ist bei den Bewohnern sogar Stolz und Selbstbewusstsein spürbar, weil sie in Quatinga Velho leben. Das mag auch daran liegen, dass manchmal Politiker wie Eduardo Supplicy zugegen sind, um den Erfolg des Projektes zu begutachten. Aber die Bewohner wissen auch durch die Aufklärungsarbeit von ReCivitas, dass das Dorf mit dem Grundeinkommen einen Verfassungsanspruch einlöst.
Dabei war die Skepsis bei der ersten Versammlung groß, die von ReCivitas in einem Wohnhaus einberufen wurde, damit auch körperlich Gebrechliche und Gehbehinderte an dem Treffen teilnehmen konnten. Die Bewohner glaubten zunächst, dass das Projekt Teil einer Wahlkampagne sei – „Für wen sollen wir abstimmen?“ wurde gefragt. Auch Vermutungen, die Projektleiter wollten Mafia-Gelder in Umlauf bringen, gingen herum. Als die Zahlungen jedoch regelmäßig Monat für Monat geleistet wurden und man sich persönlich kennen lernte, wuchs das Vertrauen.
Wichtig ist Bruna und Marcus auch, das Projekt nicht von der Hauptstadt Sao Paulo aus zu betreiben, in der sie früher gelebt haben. In Sao Paulo ist der Lebensunterhalt viel teurer und würde ein Großteil des Geldes aufzehren, der für das Dorf benötigt wird. Ein anderes Argument ist vielleicht ebenso wichtig. Dadurch dass sie im Nachbardorf Paranapiacaba wohnen, können sie regelmäßig am Ort sein und ein weiteres Projekt durchführen, das in engem Zusammenhang mit dem Grundeinkommen steht. Jedes Wochenende bringen sie in ihrem Wagen Spielzeug nach Quatinga Velho, das an die Kinder verteilt wird.
Entscheidend bei „Toys“ ist, dass die Spielsachen niemand privat besitzt, und damit andere ausschließt, sondern dass sie von Kind zu Kind weitergegeben werden. Genauso wie bei dem Bibliotheksprojekt, das darin besteht, an die Kinder Bücher auszugeben, die nach dem Lesen von einem zum anderen zirkulieren. „Spielzeug und Bücher sind für die Kinder viel wichtiger als Geld. Sie sollen daran lernen, das was ihnen wichtig ist, mit anderen zu teilen“, erklärt Bruna die Philosophie der Kinderprojekte.
Natürlich ist den Projektbetreibern von ReCivitas klar, dass sie das Grundeinkommen in Brasilien nicht im Alleingang durchsetzen können. Nur eine überschaubare Zahl von Dörfern kann „von unten“ mit dem Grundeinkommen vertraut gemacht werden. Die Grundeinkommensdörfer sind jedoch wichtige „lebende Labore“, Beweisträger dafür, dass die Idee auch in der Praxis von den Menschen aufgenommen wird.
Auch uns in Deutschland sollte klar sein, dass eine Idee nicht völlig abstrakt – auch nicht durch noch so gute Werbekampagnen – unter die Menschen kommen kann. Wie in der Umweltbewegung, in der die Menschen angefangen haben, über den politischen Protest gegen Atomenergie hinaus in Landkommunen ökologische Landwirtschaft zu betreiben oder die ersten kleinen Windräder zu bauen – eine Praxis, die heute Früchte trägt. Eine Vision wie das Grundeinkommen benötigt ebenfalls Orte, in denen es vorgelebt wird.
Förderpartnerschaft mit Quatinga Velho
Es ist gut, dass zahlreiche Möglichkeiten genutzt werden, um für das Grundeinkommen aktiv zu werden. Monopole auf die beste Methode sind unnötig: wer etwas unternimmt, sollte Unterstützung bekommen, falls das Vorhaben nicht vollkommen sinnlos erscheint. Ideen und Projekte brauchen Zeit und Vertrauen, was ja auch für das Grundeinkommen selbst gilt.
Die länderübergreifende, globale Zusammenarbeit ist dabei eine enorme Chance. Bruna und Marcus haben ihr Projekt in Brasilien entwickelt und zunächst ausschließlich in ihren dortigen Netzwerken umgesetzt. Lange Zeit haben sie außerhalb Brasiliens kaum Öffentlichkeitsarbeit gemacht, so dass das Projekt bis Anfang des Jahres hier nahezu unbekannt war.
Der Kontakt im Internet mit BGE-Aktivisten aus Südtirol hat Bruna und Marcus angeregt, ihre dreimonatige Tour durch Europa zu starten, die sie bis Mitte März durch zahlreiche Städte Deutschlands, aber auch nach Italien, Österreich, die Schweiz, Dänemark und England geführt hat. Befragt zu ihren Erfahrungen äußerten beide, wie erstaunt und erfreut sie über die breite „wirkliche Bewegung“ in Deutschland seien, die ein „tatsächliches Verständnis“ von Grundeinkommen gezeigt hätte. Auch die vielen konkreten Fragen, die vom solidarischen Mitdenken geprägt waren, hätten ihnen weitergeholfen. Die intensiven menschlichen Kontakte, die spannenden gemeinsamen Veranstaltungen und Aktivitäten haben beiden Seiten neue Horizonte eröffnet.
In Köln hat sich unsere Grundeinkommensinitiative, die Bruna und Marcus zu einer Veranstaltung eingeladen hat, von ihrem Bericht, aber auch von ihrem persönlichen Engagement begeistern lassen. Wir haben beschlossen, das Demonstrationsprojekt Grundeinkommen in Brasilien auch finanziell zu unterstützen.
Spontan ergab sich die Möglichkeit, ein eingehendes Gespräch mit den Brasilianern und den Verantwortlichen der Zukunftsstiftung der GLS Treuhand zu führen. Vor allem die Nachhaltigkeit des Projektes, die Unabhängigkeit von den Projektmachern und die Gemeinschaftsbildung war der GLS Bank Voraussetzung, um eine Förderung des Projektes in Deutschland zu begleiten und mitzutragen. Mittlerweile hat sich die Stiftung in Absprache mit den Brasilianern davon überzeugt, dass das Projekt auf dem richtigen Weg ist.
Unsere Förderpartnerschaft soll dabei helfen, dass Quatinga Velho ab 2011 aus Deutschland finanziert werden kann. Damit wird es für ReCivitas möglich, ein weiteres Projekt zu starten, das die NGO in der Nähe ausfindig gemacht hat. Das zweite Dorf kann dann von vornherein in Kooperation mit einer Hochschule evaluiert werden. So wird die Öffentlichkeitswirkung in Brasilien auf eine breitere Basis gestellt und das Grundeinkommens-Labor gestützt.
Die Projektpartnerschaft soll aber nicht nur die Diskussion in Brasilien durch ein Praxisprojekt voranbringen. Und Geld steht dabei nicht so sehr im Vordergrund. Sehr wichtig erscheint uns in Köln dabei der Aspekt, eine länderübergreifende Vernetzung innerhalb der Grundeinkommensbewegung aufzubauen, die weniger – wie beim Netzwerk BIEN – auf der wissenschaftlichen Ebene stattfindet, sondern praktische Züge trägt. Wichtig sind dabei neben persönlichen Kontakten auch aktuelle Informationen aus den jeweiligen Ländern und Projekten, Bewertungen und politische Trends, Erfahrung im Umgang mit Gegnern oder Hindernissen sowie der stetige Ausbau der Vernetzungen.
Die wachsende politische Grundeinkommens-Bewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Praxismodelle in Namibia und Brasilien bilden eine gute Basis, einen Ausgangspunkt für neue Vernetzungsformen. Die Kontakte werden bereits geknüpft über die Website von tvong, über youtube wie auch über facebook, auch über die Seiten von Netzwerk Grundeinkommen und Kölner Initiative Grundeinkommen. Möglich ist auch, eine eigene Plattform für Grundeinkommens-Praxismodelle ins Leben zu rufen. Darüber hinaus ist auch die Organisation finanzieller und politischer Unterstützung interessant, die in unterschiedliche Richtungen verlaufen kann.
Interessant waren zum Beispiel Hinweise von ReCivitas, dass auch Kontakte zu Initiativen in Indien oder anderen Ländern Lateinamerikas bestehen, in denen ebenfalls Grundeinkommensprojekte entstehen können. Auch der unmittelbare Austausch durch gegenseitige Besuche, vielleicht auch bald durch direkte Projektzusammenarbeit im Bereich des Grundeinkommens, erscheint perspektivisch möglich. Als Langzeitperspektive ist eine global ausgerichteten Grundeinkommensstiftung denkbar, die Projekte weltweit fördert, evaluiert, dokumentiert, vernetzt und öffentlich macht.
Doch zunächst gilt es, die Kooperation für Quatinga-Velho voranzubringen. Hier die Fakten: Etwa 12 000 Euro werden für die Finanzierung des Dorfprojektes für 2011 benötigt, inklusive Geldtransfer kostet ein Grundeinkommen pro Monat und Person rund 13 Euro – 78 im Halbjahr, 156 Euro pro Jahr. Auf der Seite der Kölner Initiative veröffentlichen wir demnächst den aktuellen Förderstand.
Die Gelder fließen unmittelbar zu 100 Prozent an die Menschen, die Organisations- und Personalkosten werden komplett durch den Internetkanal getragen. Optimal wäre, wenn sich Förderer bereiterklären, die Zahlungen auch in den nächsten Jahren zu leisten, damit das Projekt eine längerfristige Perspektive hat.
Die Zukunftsstiftung der GLS Treuhand stellt eine Spendenbescheinigung aus. Die Überweisung erfolgt direkt an die Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe, Konto-Nr. 12 330 010, BLZ: 430 609 67, GLS Gemeinschaftsbank e.G. Spendenzweck: Grundeinkommen Brasilien. Wer sich beteiligt, bekommt monatlich einen aktuellen Newsletter vom Projekt, auch konkrete Möglichkeiten zum Besuch des Dorfes vor Ort werden wir für Förderer erschließen. Nähere Informationen, auch ein Filmclip, findet sich auf den Seiten der Kölner Initiative Grundeinkommen.
Bei meinem Aufenthalt in Quatinga Velho nach dem BIEN Kongress in Sao Paulo werde ich in einer Filmdokumentation die Situation in Quatinga Velho noch einmal anschaulich zusammenfassen, die in einer kleinen Förderkampagne in verschiedenen Städten zu sehen sein soll. Auch im Fernsehen wird möglicherweise ein kleiner Beitrag gesendet werden.
Ähnlich wie bei der südafrikanischen Vernetzung in Namibia bestehen bei der NGO ReCivitas ebenfalls Kontakte zu anderen lateinamerikanischen Initiativen. Auch in anderen Ländern des Kontinents erscheint die Einführung des Grundeinkommens machbar, zunächst natürlich die Etablierung von Praxisprojekten, an denen sich die Diskussion entzünden kann. Mit der Stabilisierung des Dorfprojektes und dem Aufbau einer Vernetzung können sich also auch Perspektiven in größerem Maßstab eröffnen.
Die Möglichkeit, weltweit Grundeinkommensprojekte zu initiieren und miteinander zu vernetzen, scheint eine erfolgversprechende Ergänzung zur traditionellen Strategie zu sein, auf Politiker und Regierungen mittels wissenschaftlicher Studien und politischer Aktionen einzuwirken. Gerade die neuen Medien könnten das Entstehen und Zusammenwachsen einer weltweiten „Basic Income Community“ ermöglichen, die Politikentwürfe an der Basis erprobt und global diskutiert, anstatt auf Entscheidungen der Parlamente fixiert zu bleiben.
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Seit Oktober 2008 findet in Quantiga Velho in Brasilien, einer ländlichen Gemeinschaft bei Sao Paulo, ein erstaunliches Projekt statt. Die kleine Nichtregierungsorganisation ReCivitas zahlt seit 16 Monaten monatlich ein Grundeinkommen aus. Zwei Koordinatoren des Projektes, die 28 jährige Bruna Augusto Pereira und der 33 jährige Marcus Vinicius Brancaglione dos Santos sind derzeit auf Europa‐Reise und berichten von den Erfolgen ihrer Arbeit.
ReCivitas versteht sich als Organisation zur Wiederbelebung der Bürgergesellschaft. Mit zwei Projekten, einer offenen Bibliothek und einer Spielzeugsammlung, begannen sie 2006 ihre Arbeit in Paranapiacaba, rund 30 km von Sao Paulo entfernt. Beide Projekte sind Tauschbörsen. Ein gelesenes Buch oder gespieltes Spielzeug kann gegen ein anderes eingetauscht werden.
Aus der Arbeit in Paranapiacaba zogen die Initiatoren von ReCivitas verschiedene Schlüsse. Zum einen, dass Vertrauen in Menschen eine wesentliche Voraussetzung für positive Prozesse ist; zum anderen, dass den gesellschaftlichen Herausforderungen, Umweltproblemen und sozialen Ungleich‐heiten im Wesentlichen eine tiefgreifende finanzielle Unfreiheit zu Grunde liegt.
In dieser Zeit stiessen die ReCivitas‐Mitarbeiter auf die Arbeiten des brasilianischen Senators Eduardo Suplicy zum Grundeinkommen. Es folgte ein Interview mit prof. Suplicy, weitere Auseinandersetzung mit dem bedingungslosen Grundeinkommen sowie Bolsa Família, dem in Brasilien verfassungsrechtlich fest‐geschriebenen Recht auf ein bedingtes Bürgergeld.
Anschliessend stand für fünf ReCivitas‐Mitarbeiter die Entscheidung fest: die Durchführung eines Pilot‐projektes und die Auszahlung eines bedingungslosen Marcia, Marcus und Bruna v.l. (Photo Stefan Pangritz) Grundeinkommens.
Politische Blockaden und mangelndes Vertrauen von Geldgebern in ein solches Projekt verhinderten, dass das Projekt in dem rund 1000 Einwohner zählenden Städtchen Paranapiacaba stattfinden konnte. Doch einmal entschlossen, liessen sich die motivierten jungen Menschen nicht mehr auf‐halten. „Umso wichtiger, dass wir zeigen, wie ein Grundeinkommensprojekt funktionieren kann“, sagt Marcus. „Neben dem Projekt und dem Erfolg vor Ort ist eben das unser Anliegen: dass andere verstehen, dass Kreativität und Mut für das eigene Leben sich dann entfalten, wenn dafür ein Raum ist.“
Und so entscheidet ReCivitas, das Geld, was sie bis dato in die Verhandlungen mit potentiellen Geldgebern, mit der Regierung und in Materialien gesteckt haben, in Zukunft gleich und direkt in ihr Grundeinkommensprojekt zu investieren. Geld, das hauptsächlich aus der eigenen Tasche der ReCivitas‐Mitarbeiter kommt.
Da Paranapiacaba für das kleine Budget zu gross ist, orientiert sich die Gruppe in der Umgebung. Quantiga Velho, unweit Paranapiacaba scheint mit rund 100 Einwohnern ideal. Eine erste Kontakt‐aufnahme mit den vor Ort lebenden Menschen zeigt grosse Skepsis und Misstrauen, aber zumindest keine vollkommene Ablehnung.
www.initiative‐grundeinkommen.ch www.grundeinkommen.tv http://www.facebook.com/bedingungsloses.grundeinkommen
„Wir sind von Hütte zu Hütte gegangen und haben jeden einzelnen Einwohner zu einer Versammlung eingeladen“, sagt die studierte Biologin Bruna Augusto Pereira. Längst nicht alle sind erschienen. Und nicht jeder, der bei der Versammlung dabei war, wollte anschliessend auch ein Grundeinkommen erhalten.
„Das Misstrauen war gross“, sagt Marcus. „Man hat gedacht, wir seien Politiker und wollten die nächste Wahl gewinnen oder Mafia‐Geld waschen.“ So beginnt das Projekt zunächst mit nur 27 Teilnehmern. 27 Menschen, die monatlich 30 Reais erhalten. Umgerechnet sind das 11.50 Euro. 30 Reais, das ist in der Stadt fast nichts. Der Bolsa Família Ansatz der Verfassung sieht nur 22 Reais vor. Quantiga Velho liegt auf dem Land. Die Menschen haben etwas Platz, ein bisschen Land, um selbst etwas anzubauen. 50 Reais braucht man hier mindestens um zu leben. Zum „Überleben“, betont Marcus.
Aber 30 Reais sind hier das entscheidende Mehr. Bereits kurz nach der Auszahlung kommt es zu grossen Veränderungen im Leben der Empfänger. Mit 30 Reais entsteht für den einen die Möglichkeit, seine „informelle“ Arbeit als Landarbeiter aufzugeben, bei der er täglich 16 Stunden arbeitet und dafür einen Euro verdient. Am Tag. Das Grundeinkommen gibt ihm die Möglichkeit, die bisher für ihn unerschwinglichen Anfahrtskosten zu einer besser bezahlten Arbeit mit besseren Arbeitsbedingungen auf sich zu nehmen. Durch den Zusatzgewinn an Mitteln und an Zeit kann er an seinem Haus weiter bauen.
Eine Bewohnerin von Quantiga Velho baut einen Hühnerstall und verkauft fortan Eier an die anderen Bewohner des Dorfes, die sich den Einkauf nun, mit dem kleinen Grundeinkommen, leisten können.
Von vielen solcher Geschichten wissen Bruna und Marcus zu berichten.
Eine direkte Umfrage unter den Projekt‐Teilnehmer hat ergeben, dass rund 28 % des Grundein‐kommens in Lebensmittel investiert wird, 26 % in Kleidung, 14 % in Schulmaterialien für die Kinder, 10 % in Transportkosten, 8 % in Medizin und 6 % in Baumaterialien.
Monatlich zahlen Bruna und Marcus das Grundeinkommen aus. Und Auszahlen, das ist durchaus wörtlich gemeint. Die beiden gehen von Haus zu Haus und händigen jedem einzelnen sein Grundeinkommen aus.
„Beim ersten Mal wollte uns niemand glauben.“, sagt Bruna. „Und wo ist der Haken?“ Bei der zweiten und dritten Auszahlung entstand langsam Vertrauen. Und aus der Verwunderung wurde überschwängliche Dankbarkeit. Doch bei jeder Auszahlung und bei wöchentlichen Besuchen aller Grundeinkommensempfänger versuchen die ReCivitas‐Mitarbeiter immer wieder eines zu vermitteln: „Grundeinkommen, das sind eben keine Almosen! Tatsächlich hat jeder Mensch ein Recht auf ein Grundeinkommen. Um ein Grundeinkommen zu ermöglichen, haben die Generationen vor uns hart gearbeitet.“
Mit der Zeit gewinnen mehr Bewohner Vertrauen in das Grundeinkommens‐Experiment und in die Mitarbeiter von ReCivitas. „Zu jedem Teilnehmer hat sich im Verlauf des Projektes eine intensive Beziehung entwickelt“, so Bruna. „Jeder Prozess braucht Zeit.“ Und so steigt die Zahl derer, die an dem Projekt teilnehmen möchten. Nach 4 Monaten nehmen 41 Personen teil, nach 6 Monaten sind es 57. Heute erhalten 65 Menschen in Quantiga Velho jeden Monat ein Grundeinkommen in Höhe von 30 Reais. Dieses Grundeinkommen wird bedingungslos ausgezahlt, d.h. unabhängig von Alter, Geschlecht oder anderen Kriterien. „Die Empfänger müssen es jedoch wollen“, sagt Marcus. Und www.initiative‐grundeinkommen.ch www.grundeinkommen.tv http://www.facebook.com/bedingungsloses.grundeinkommen
„Quantiga Velho“ muss entscheiden, dass jemand zu Quantiga Velho dazu gehört. Das ist nämlich nicht festgelegt durch ein Einwohnermeldeamt und durch die weitläufige Verteilung auch geographisch nicht klar zu fassen. Stattdessen finden in Quantiga Velho seit es das Grundeinkommen gibt regelmässig Versammlungen statt, in denen gemeinsame Belange besprochen werden. Zum Beispiel, ob der oder diese Zugezogene Teil der Gemeinschaft ist. Auch über Geschäftsideen und gemeinsame Anliegen wird beraten.
„Quantiga Velho hat sich stark verändert, seit es das Grundeinkommen gibt, im Umgang mit‐einander, in der gegenseitigen Unterstützung und Zusammenarbeit“ berichtet Bruna. „Wenn man Hunger hat, dann ist es schwer, an andere zu denken.“
„Dieses Pilotprojekt ist ein gemeinsamer Lernprozess von uns allen, den Teilnehmer und den Initiatoren. Für mich ganz persönlich ist die berührendste Erkenntnis, dass das Projekt Menschen nicht zu besseren oder aktiveren Menschen macht, sondern mehr ermöglicht, dass sich das, was in jedem ist, entfalten kann.“
In Quantiga Velho soll das Grundeinkommen für die nächsten Jahre gesichert werden. Das ist eines der Hauptziele von Bruna und Marcus und einer der Gründe, warum sie in Europa darüber berichten.
„Kontinuität ist von zentraler Wichtigkeit für das Projekt“, sagt Marcus. Ein weiteres Ziel ist, das Grundeinkommen auf 50 Reais anzuheben. Vorher jedoch sollen noch weitere Grundeinkommensprojekte entstehen. „30 Reais sind dafür ein guter Ansatz. Lieber mit 30 Reais an vielen Orten und möglichst überall etwas aufbauen und dann langsam auf 50 Reais anheben.“
Von den Erfahrungen in Quantiga Velho zu berichten bedeutet auch, anderen Mut zu machen, selbst ein Grundeinkommensprojekt zu wagen. „Vertrauen in Menschen ist der Schlüssel“, sagen die beiden einhellig . „Vertrauen, und: los!“
By Benjamin Hohlmann
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In October 2008 an extraordinary project was launched in Quantiga Velho in Brasil, the countryside near Sao Paolo: The non-governmental organization ReCivitas has begun paying a basic income to every member of the community. Bruna Augusto Pereira (28) and Marcus Vinicius Brancaglione (33), two of the main coordinators of the project have now come to Europe to report of their success.
ReCivitas began their work with two exchange projects. The first was an open library, the other a toy collection – one could bring the finished book, or toy and exchange it for a different one. The fact that this worked showed them that one of the main foundations must be trust in one another, and that financial instability causes many of our issues, such as social inequality, environmental problems and societal discontent.
Senator Eduardo Suplicy introduced them to the concept and movement of the unconditional basic income, which they then decided to test in this pilot project.
Their first attempt to begin in Paranaciabaca, 30m outside of Sao Paolo, where they were stationed, failed due to trust issues of the financiers.
Far from giving up, Marcus stated: “ It is our aim to show that creativity and courage for your own life can only unfold if there is the proper space.”
In the following months ReCivitas looked around for an appropriate community. Qantiga Velho, with its 100 inhabitants seemed ideal, and even though many were skeptical they were not completely opposed to this novel idea.
There was fear that they were either politicians out to gain votes, or from the mafia to launder money – either way, the enthusiastic youth from ReCivitas was in for a challenge.
They went from door to door asking people to join their movement, however only 27 people actually agreed to receive 30 Reals every month, which is about 11.50 Euros.
Only a few months into their project there were noticeable changes in the participant’s lives. Even though 30 Reals is not enough to live off of, it allows them to for example upgrade to a better position further away, or continue building on their house.
Every month Bruna and Marcus go from house to house, handing out the income. Their relationship changed quickly from disbelief to trust and thankfulness. Their mantra is that this income is not a handout but a basic human right and to receive this basic income generations before us have worked hard.
The number of recipients has steadily increased – today there are 65 people involved. Once a month they all gather to discuss common interests, projects, and enterprises. Quantiga Velho has become a strong community in support of each other. “It is tough to be concerned about others when one is hungry.
“For me, the most touching thing was that it’s not so much about changing people for the better but to enable them to unfold who they really are.”
The main objective of this European trip for Bruno and Marcus is to give others the courage to start their own basic income project. “Trust in human beings is the key here – trust and go!”
They will be in Europe until March 12 and will report from Berlin among other places and are happy to visit you to report of their experience.
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Colocando em pratica os conceitos de REDE foi realizado ciclo de palestras pela Europa
Europa (2010)
“Grundeinkommen und soziale Emanzipation”
Convidado por: Verdi Grüne Verc e Netzwerk Grundeinkommen Südtirol (bien/st).
Localização: Bolzano, Italia.
“Reddito di cittadinanza ed economia solidale”
Convidado por: Istituto per la giustizia, la pace e la salvaguardia del creato
in collaborazione con il Network per il Reddito di Base Sudtirolo (bien/st) con o Istituto per le Scienze Religiose
Localizacao: Bolzano, Italia.
“Projeto piloto da Renda Básica em Quatinga Velho, Brasil” Convidado por: Unternehmen mitte e Initiative Grundeinkommen
Local: Basiléia, Suíça.
“Experiência pioneira da Renda Básica no Brasil”
Convidado por: Institut für Entrepreneurship, Univeristät Karlsruhe.
Localizacao: Karlsruhe, Alemanha.
“Bedingungsloses Grundeinkommen in Brasilien”
Convidado por: Forum Grundeinkommen Koln
Local: Colônia, Alemanha.
“Experiência pioneira da Renda Básica no Brasil”
Convidado por: Hochschule fur Bildende Kunst Dresden (HFBK Dresden)
Local: Dresden, Alemanha.
“Bedingungsloses Grundeinkommen in Brasilien”
Local: Berlim, Alemanha
“Projeto piloto da Renda Básica de Cidadania em Quatinga Velho, Brasil”
Local: Hamburgo, Alemanha
“Experiência pioneira da Renda Básica no Brasil”
Local: Bremen, Alemanha
“Grundeinkommen in Brasilien”
Convidado por: Forum Grundeinkommen
Local: Braunschweig, Alemanha.
Reunião anual da BIEN Dinamarca (Basic Income Earth Network)
Local: Copenhagem, Dinamarca.
“Experiência pioneira da Renda Básica no Brasil”
Convidado por: University of Sussex, Institute of Development Studies
Local: Brighton, Inglaterra.
“Grundeinkommen in Brasilien”
Local: Munich, Alemanha
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Através do Partners of the Americas, o músico e compositor experimental Christopher Preissing veio ao Brasil em Março e foi conhecer de perto a experiência pioneira iniciada em Outubro de 2008 pelo ReCivitas, da Renda Básica de Cidadania em Quatinga Velho. Junto com os coordenadores da Instituição, participou da Biblioteca e Brinquedoteca Livre Itinerante, conhecendo as famílias participantes do projeto.
Aproveitou para fazer gravações dos “sons” das crianças, do cotidiano, para seu trabalho com a Música Nova.
Para ouvir um dos trabalhos de Chris, assista a TVONG! www.tvong.com
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Em tempos de crise financeira, as pessoas controlando seus gastos, poupando, e num pequeno bairro do Município de Mogi das Cruzes-SP, Quatinga Velho a Renda Básica de Cidadania foi implementada. Segundo os realizadores da experiência de uma renda igual para todo cidadão, não importa sua origem, raça, credo, condição civil e socioeconômica, e o mais importante de tudo incondicional, a Renda Universal foi aplicada no momento exato, mostrando que há confiança entre os brasileiros, e que todo mundo sabe “muito bem, obrigado” como gastar seu dinheiro.
“Investir o dinheiro na base neste momento é fundamental para aquecer a economia. As pessoas sempre precisam comprar o básico e a Renda Universal em Quatinga Velho é um exemplo, pois as pessoas estão reformando suas casas e tendo acesso a alguns serviços e produtos que antes era impossível” diz Bruna Pereira, Presidente do ReCivitas, OSCIP proponente da experiência que vem pagando desde Outubro 2008, R$30,00 por mês aos moradores inscritos no projeto.
De onde vem o dinheiro? Engana-se quem respondeu de verbas públicas, os recursos não são fruto de impostos, as contribuições são realizadas voluntariamente por um grupo de pessoas que acreditam na Renda Básica de Cidadania e lutam para que a lei 10.835/2004 seja logo implementada no Brasil.
O Consórcio da Renda Básica de Cidadania ou Renda Universal tem cruzado fronteiras brasileiras. Esta semana Quatinga Velho conta com mais um contribuinte, vindo da Itália. Pedro conheceu o ReCivitas através da sede virtual da OSCIP no SecondLife, conversou com Bruna, a presidente do ReCivitas, e decidiu aderir ao projeto.
Pois é...os contribuintes que antes eram do município de São Paulo, depois Estado, já chegou ao planalto central e agora cruzou o Atlântico, qual será a próxima fronteira?
Para saber mais e se quiser também fazer parte desta historia no país escreva para recivitas@recivitas.org.br
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O primeiro pagamento da Renda Básica de Cidadania no Brasil foi efetuado em 25 de Outubro de 2008 em Quatinga Velho, uma pequena comunidade no município de Mogi das Cruzes-SP. Este foi o primeiro de 12 pagamentos mensais que compõem a experiência pioneira de um Consórcio da RBC organizada pela ONG ReCivitas e financiado pela própria sociedade civil.
O Consórcio que inicialmente foi formado por brasileiros que decidiram não esperar mais para que o poder executivo começasse a colocar em prática a RBC que é lei no país desde 2004, hoje conta até com a contribuição de cidadãos de outros países.
O projeto que segue exatamente o espírito incondicional e universal da lei tem garantido o direito a uma renda incondicional de R$30,00 a 42 membros desta comunidade, inclusive aqueles que mal acabaram de nascer, como a filha de Dona Irene, nascida em Janeiro mesmo antes de sair seu registro, já recebeu a sua primeira RBC.
A idéia é essa mesmo desburocratizar, afirma a Presidente do ReCivitas Bruna Augusto Pereira. Inspirados nestes mesmos princípios, a instituição também aplica outros dois projetos na região, a Biblioteca Livre e Brinquedoteca Livre. Os “Sistemas Livres”, como são chamados pelos membros da organização, literalmente apostam nas pessoas, dando liberdade para as pessoas decidirem quando querem devolver o livro e o brinquedo emprestado, sem cobranças. “Não ficamos em cima, policiando, mesmo porque queremos que os usuários sejam responsáveis por isso”, afirma Bruna que garante que a resposta tem sido extremamente positiva.
Quem fez questão de conferir os projetos, foi o membro do Partners of the Americas Chapter Costa Rica – Oregon, Ramiro Crawford, que fez uma visita ao Brasil e a Quatinga Velho. “Ramiro foi fantástico, logo se entrosou com as pessoas, com as crianças. Vimos em seus olhos a alegria de compartilhar aquele momento” diz Bruna.
Ramiro é voluntário a mais de 30 anos e diz que ficou impressionado pelo amor e sensibilidade humana em um projeto. Assista a entrevista de Ramiro Crawford www.tvong.com.
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A XIII Conferência Internacional da BIEN, Basic Income Earth Network, ou Rede Mundial da Renda Básica, realizar-se-á nos dias 1º e 2 de julho de 2010, na Faculdade de Economia, Administração e Contabilidade da Universidade de São Paulo, FEA/USP e presença confirmada do presidente Luiz Inácio Lula da Silva.
A BIEN foi fundada em 1986 em Louvain, na Bélgica, por um grupo de filósofos, economistas, cientistas sociais e ativistas que decidiram criar um fórum para debater todas as formas de transferência de renda praticadas nos diversos países e para propor que em cada comunidade, município, estado ou país seja instituída uma renda incondicional para todas as pessoas. Essa renda deverá ser suficiente para cobrir as necessidades básicas de cada cidadão, não importando sua origem, raça, sexo, idade, condição civil ou socioeconômica, como um direito de participar da riqueza da nação.
Acesse www.bien2010brasil.com
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